Meine Reise ins Baltikum 2026 – 1. Abschnitt Litauen
Am Morgen des 19. Mai 2026 beginnt meine diesjährige Reise mit dem WoBi. Warum WoBi und nicht Womo??? Das erfahrt ihr vielleicht später…
Um 16 Uhr Ankunft in Wroclaw – Breslau an der Marina. Breslau soll ich mir unbedingt ansehen, also wird’s gemacht.
Gar nicht so einfach mit der Straßenbahn ins Zentrum, jedenfalls beim ersten Mal. Mit der App „Jakdojade“ gelingt es. Und sogar kostenlos für Senioren wie mich!Einfach überwältigend, die Altstadt. Blick auf das alte Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt. Früher beherbergte es die Bürgerhalle, Fürstensaal, Gerichtssaal, Ratsstube, Ratsältestenstube und den Remter (Festsaal). Ursprünge aus dem 13. Jahrhundert, immer wieder umgebaut, zwischen 1470 und 1480 umfassend erweitert und mit einer spätgotischen Fassade versehen, beherbergt es jetzt das Museum der bürgerlichen Kunst und im Keller eine Bierwirtschaft.Hochhaus mit 8 Stockwerkenbeeindruckende FassadenDer Markplatz neben dem Rathaus mit dem Fontanna „Zdroj“Das ehemalige Warenhaus Feniks der Gebrüder Barasch am „Ring“, heute Rynek, wurde 1904 eröffnet und war damals „eines der modernsten und größten“ Warenhäuser Breslaus. 1936 mussten die jüdischen Eigentümer das Kaufhaus für 517.028,47 RM verkaufen, für weniger als die Hälfte des Schätzwertes. Heute verkauft man hier Hamburger.Es ist was los in Breslau, Menschen aus aller Welt. Auf der Sonnenseite gibt es die besten Plätze.Da kommt ein polnisches Bier gerade recht.Blick nach links und …nach rechts. So lässt es sich aushalten.Fontanna „Zdroj“ im Detail
Mit diesem Blick vom Stellplatz an der Marina mit Blick auf eine der großen Brücken über die Odra endet der erste Tag meiner Reise ins Baltikum.
====================================
Am Mittwoch, den 20. Mai geht es am 2. Tag meiner Reise bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Litauen. Wer weiß, wo ich heute Nacht schlafen werde.
Mittags wollte ich nicht in einer der anonymen Raststätten einkehren und suchte und fand wenige km neben der Autobahn diese gemütliche polnische Gaststätte.Als Vorspeise gab es eine Gemüsesuppe mit Kartoffeln und Graupen, das Hauptgericht war ein deftiges Schnitzel auf Kartoffeln mit Salat, dazu hausgemachte Limonade. Was für eine Wohltat, dort zu rasten.In Litauen angekommen. Gleich hinter der Grenze habe ich einen Platz zum Ausruhen und Entspannen gefunden, schließlich habe ich mehr als 660 km hinter mir.Ich bin auch nicht allein.Hier habe ich mein Abendessen serviert. Der Besitzer hat mir ein ganz besonderes Bier und selbstgebrannten Schnaps geschenkt.Er wohnt mit seiner Familie in Mariampol und hat sich diesen Platz als Wochenenddomizil für seine Familie und sich ausgebaut. Hier soll es viele Vögel geben, also morgen Kamera auspacken. Zuvor habe ich den hausgebrannten Schnaps probiert, gar nicht schlecht. Morgen dann mehr, z.B. vom eigenen Wein?!??
==================================
Heute, am Donnerstag, den 21. Mai starte ich mit Ausruhen.
Gleich am Morgen bekam ich am Wohnmobil Besuch,im Flug nicht ganz so leicht zu erwischen.Cosi fan tutte (natürlich auch tutti), vor allem im Mai.Ein GrünfinkIn Litauen blüht der Flieder, wie schön.Heute Abend gibt es Spezialbier aus Litauen, das man aber nicht kaufen kann. Ein Geschenk vom Stellplatz-Besitzer.Zum Glück bin ich nicht allein.
================================== Heute, am Freitag, den 22. Mai beginnt der 4. Tage meiner Reise ins Baltikum und tatsächlich das Abenteuer Litauen.
Jetzt verlasse ich diesen gastlichen Platz und fahre zum Naturschutzgebiet ZuvintasBesuch im Biosphärenreservat Zuvintas, rechts ganz klein das Besucherzentrum, das mich aber nicht überzeugt hat.Hunger, wohin gehen? Der mit dem Wolf speistDort gibt es die Nationalspeise von Litauen, Cepelinai. Hat mir Ieva auch schon gemacht, aber …diese sind eindeutig größer. Hätte doch nur einen Zeppelin bestellen sollen 😊Diese sind mit Hackfleisch gefüllt, sehr gut und mächtig.Ich übernachte am sog. Kaunasser Meer. Eigentlich ist es ein Stausee, dem einige Dörfer zum Opfer gefallen sind. Diese Kunstinstallation soll die versunkenen Dörfer symbolisieren.Mein Schlafplatz für die Nacht.
================================== Heute, am Samstag, den 23. Mai und auch am Sonntag, den 24. Mai besichtige ich die Stadt Kaunas. Hier ist Ieva geboren. Bin ganz gespannt. Kaunas ist die zweitgrößte Stadt Litauens und gilt als die modernere Stadt im Vergleich zu Vilnius.
Ich beginne meinen Rundgang mit einem Ausblick auf die Altstadt von einem Aussichtspunkt auf dem gegenüberliegenden Ufer des Nemunas, deutsch Memel.Auf der Nemunasbrücke, links die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, rechts die Universität.Im Vordergrund die Kirche, dahinter das alte Rathaus, man sieht nur zwei Türme.auf der rechten Seite die Universität.Schöne Backsteinarchitektur.Zentraler Marktplatz. Noch ist nicht viel los, aber die Bühne, die vor dem Rathaus aufgebaut wird, lässt mehr Publikum erwarten.Café an Café.Doppelkastanie.Jonas Maciulis-Maironis, Priester und Nationaldichter Litauens, dahinter sein bescheidenes ehemaliges Wohnhaus.Bewachter Brunnen, wehe, es trinkt einer…An der Burg von Kaunas geht heute was ab, irgendwelche Ritterkämpfe. Die Marketenderwaren sind schon mal einsatzbereit.Die BurgDie Ritter haben schon Quartier bezogenLetzte Anweisungen für die Schlacht.Im Inneren der Burg ist schon mal alles für die Gefangenen vorbereitet. Im 15. Jahrhundert fristeten hier viele Kriegsgefangene ihr Dasein, oft über Jahrzehnte.Gegenüber der Burg: Ist das Kunst oder …wird es doch eher eine Brücke.Angesagtes neues Wohnviertel an der Memel.Weiter gehe ich in die belebte Fußgängerzone der Altstadt.Kathedrale St. Peter und Paul, größte gotische Kathedrale Litauens.die gibt schon was her…Fußgängerzone der Neustadt, heute sehr belebt.Kirche des Heiligen Erzengels Michael auf dem Unabhängigkeitsplatz. Wurde ursprünglich als russisch-orthodoxe Kirche erbaut.Hier war gerade eine Hochzeit! Aber wo ist die Braut?!?Erwischt, sie geht gerade zum Fotografen.Alles beobachtet bei einem White Flat im Habits, einer Kaffekette, die im Gegensatz zu Starbucks (never invite a friend to starbucks ((das verstehen nur Kaffeekenner))) Kaffee können.Nach einem Mittagessen mit Omas Hühnerbrühe (wofür die Oma alles herhalten muss) und …einem Lachsteller mit Rote Bete-Brot geht es weiter mit …Art-déco in Kaunas, hier ein Wohnhaus mit ägyptischen und Art-déco-Motiven in der S. Daukanto gatve, 14Lea Goldberg, geboren in Königsberg, lebte in Kaunas, bevor sie 1935 nach Palästina emigrierte. Sie war eine bekannte Dichterin, Literaturwissenschaftlerin und Kinderbuchautorin.Was mir auffällt: die extrem hohe Pizzabotendichte und …die intelligenten Fußgängerampeln, mit Zeitangabe und sogar diagonal über die Kreuzung.Vytauto Prospekt 58, geschwungene Fassade, segmentierte Fenster und Skulpturen. Ich habe zwar noch weitere Art-déco Aufnahmen mit meiner Fujikamera gemacht, bekam sie aber nicht mehr von der Speicherkarte runter, schadeAuch ganz nett an der Fassade.Auch Art-déco, braucht mal einen ordentlichen Anstrich. Hier residierte zur Zeit der Besetzung durch die Sowjetunion der japanische Botschafter, der jüdischen Mitbewohner gegen den Widerstand seiner Regierung Visa zur Auswanderung ausstellte, so dass mehrere tausend jüdische Bürger das Land verlassen konnten.Hier die Gedenktafel dazu.Nochmal Art-décoDamit endet mein Besuch in Kaunas, einer unglaublich lebendigen Stadt im Herzen von Litauen.
================================== Heute, am Montag, den 25. Mai 2026 ist der 7. Tag meiner Reise ins Baltikum und ich fahre Richtung Hauptstadt Vilnius. Vorab Besuch im Litauischen Freilichtmuseum Rumšiškes 24 km östlich von Kaunaš.
Typisch litauisches Holzhaus mit Reetdachdas Haus gehörte eher einem kleinen BauernSchlafgelegenheitKornspeicherKleine Stadt aus der Region Miestelis. Im Freilichtmuseum sind Dörfer und Häuser aus verschiedenen Gegenden und Epochen Litauens nachgebaut.Der Marktplatz der nachgebauten Stadt Rumškes von der Kirche aus gesehen. Es gab bereits ein Telegrafenamt und einen Fotografen.Nachbau einer Holzkirche aus dem südlichen Litauen, die niedergebrannt ist.Das InnereTraditionelle Bauernküche in der Gaststätte: nach einer frischen Kohlsuppe gibt es Varškės Apkepas, so etwas wie überbackener Hüttenkäse mit Johannisbeerschaum (würde man heute so formulieren).Die Weberei und Schneiderei.Wem kommt diese Marke bekannt vor?Die Kollektion …Nun kommen verschiedene Ansiedlungen aus verschiedenen Regionen und Epochen, alle aus Holz mit Reetdach.Beschreibung der Ansiedlung DirgalioUnd so sieht es aus.Zum Schluss Ausblick auf die angestaute Memel, also der Stausee. Der Aussichtsturm ist zu niedrig geworden, jeder schrumpft im Laufe der Jahrzehnte …oder sind nur die Bäume gewachsen ?!? Blick vom Ufer aus.Diese Nacht übernachte ich im Nationalpark Trakai direkt am Ufer des Galvesees unter Bäumen.Der See ist nicht klein, mehr als 360 ha mit mehreren kleinen Inseln und ein Paradies für Segler.Ganz Mutige baden schon.Die Bachstelze badet auch.Gegenüber die Wasserburg von Trakai, die ich morgen besichtigen will.Abendessen ist bereit
================================== Heute, am Dienstag, den 26. Mai und 8. Tag meiner Reise besichtige ich Trakai und Umgebung.
Heute also die Burg von Trakai. Im 13. Jahrhundert begannen Kreuzritter des Deutschen Ordens mit der Eroberung des östlichen Ostseeraums. Dort lebten baltische Stämme, die Vorfahren der heutigen Litauer und Letten. Während die Territorien der heutigen Staaten Estland und Lettland von den Kreuzrittern unterworfen wurden, widersetzten sich die Litauer den Eindringlingen. Ihre Großfürsten Vytenis, Gediminas und Algirdas trieben außerdem die Expansion ihres Reichs nach Südosten voran. Auf dem Höhepunkt seiner Macht umfasste das litauische Großfürstentum in etwa die Gebiete der heutigen Staaten Ukraine und Belarus und reichte von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Zentrum dieses Großreichs war zuerst Trakai mit seiner bekannten Wasserburg, erst 1323 gründete Gediminas die heutige litauische Hauptstadt Vilnius.
Die äußere BurganlageInnere BurgDie Burg steht vollständig auf einer Insel, die aus ursprünglich 3 Inseln aufgebaut wurde und ist heute über zwei Holzbrücken zu erreichen.Der Bergfried mit den Ketten der ZugbrückeInnenhof und …großer Festsaal, der noch heute für wichtige Ereignisse genutzt wird.Die ursprünglichen Treppen, steil und ohne Geländer. Ich bin sie hochgelaufen, runter eher nicht …Hier bin gerade. In der Mitte die Burg, darunter die Ortschaft Trakai, oben der Campingplatz bei Vaizdas. Rechts im Bild der Gutshof des Grafen Užutrakis, der morgen auf der Liste steht.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute, am 9. Tag meiner Reise am Mittwoch, den 27. Mai besichtige ich Schloss und Park Užutrakis, erbaut Anfang des letzten Jahrhunderts vom Grafen Juozapas Tiškevičius und seiner Frau Jadvyga errichtet. Eine bessere Lage am östlichen Ufer des Galvesees hätte die Grafenfamilie kaum finden können, siehe auch den Kartenausschnitt oben.
Man erreicht den Park heute über die Große Brücke und es eröffnet sich ein Park nach englischem Vorbild mit französischer Geometrie, geplant vom französischen Landschaftsarchitekten Édouard Francois André.Das Palais im Stil Ludwig des XVI. und entworfen vom polnischen Architekten Jósef Huss.Überall Skulpturen, die heute durch Repliken ersetzt sind.Haupteingang mit …Familienwappen. Ganz arm kann die Familie nicht gewesen sein, schließlich gehören zum Anwesen mit 80 ha Park mit Nebengebäuden noch 800 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, auf der u.a. 100 Rinder gehalten wurden, die einen großen Teil der Einnahmen des Gutes ausmachten, was bei den heutigen Milchpreisen kaum vorstellbar ist.Zum Haus gehören auch zwei Terrassen, eine links vom Blick, die andere …nach hinten oder nach vorne, ganz wie man will, mit traumhaftem Blick auf den See.Skulptur auf der kleinen Terrasse.Diese steht neben der großen Terrasse.Nun also die große Terrasse …mit Rückseite des Herrenhauses und …
Panoramablick von der Terrasse auf den See zur Burg Trakai.
An der Südostseite blüht der Flieder, ein Gruß an Ieva Hier sitze ich und schreibe meinen Reisebericht. Eigentlich suche ich noch den Zugangsweg zum Gut, denn der Graf und auch seine Besucher kamen nicht mit der Kutsche, sondern mit der Fähre zum Gutshaus. Der Landweg war noch nicht so gut ausgebaut wie heute und war als Kartoffelweg bekannt. Vielmehr hatte der Graf einen eigenen Fährmann samt zugehörigen Fährhaus, der ihn bei Bedarf über den See fuhr.Was für ein traumhafter Tag, etwas frischer als gestern, aber es ist so schön ruhig hier im Park. Anders als gestern, als ich mit mehreren Schulklassen und Reisegruppen durch die Burg geschoben wurde, obwohl ich pünktlich zur Öffnung um 10:00 Uhr da war. Heute habe ich 80 ha für mich allein.Kein Hausboot, sondern ein Ausflugsschiff, wahrscheinlich auf dem Weg zu den Reisegruppen.Maria mit Kind im schon ziemlich eingewachsenen Park an der Südspitze der Halbinsel.Also nach links zum Fährmann. Ob er wohl da ist?Das Haus des Fährmanns wartet noch auf RenovierungErbaut 1896, wurde es zu Sowjetzeiten erweitert, nicht gerade zum VorteilUnd endlich die Anlagestelle. Der Graf mochte nur wenig Besuch haben und verließ selbst das Anwesen nur selten und wenn, dann mit der Fähre. Zum Park gehören auch etliche Teiche, die Frösche quaken laut.Der Park sieht aus wie ein Wald, ist es aber nicht. Über 100 verschiedene Baum- und Straucharten wurden hier gepflanzt. Nun muss ich aber wissen, wo dieser Weg hinführt.eine Treppe, …verwunschener Weg …und dann wieder den Hügel hinab, also kein kleines Liebesnest.Hier geht es wieder zum Herrenhaus,aber doch ein etwas größerer Teich, besser umgehen.Noch ein Teich mit direkter Verbindung zum See.Dieser Teich ist kaum noch als solcher erkennbar,ein etwas größerer Teich, was für ein Paradies.Der gleiche Teich mit ein paar Regentropfen vom langen Ende her gesehen. Jetzt wird es langsam voll im Park, es sind zwei Fotografen aufgetaucht, die machen das gleiche wie ich.Der perfekte Ort zum Entspannen, was ich auch gleich machen werde.Mit einem letzten Blick in den Park auf eine etwas schiefstehender Säule verabschiede ich mich von diesem wundervollen Landschaftsgarten und mache mich auf dem Weg zu Litauens Hauptstadt.Auf diesem Parkplatz an der Vilnia habe ich in Vilnius Quartier für die kommenden zwei Nächte gefunden, mein WoBi steht direkt am Wasser.Zur Gediminas-Burg zieht es mich heute nicht mehr hinauf.Willkommen in der Hauptstadt Vilnius. Kathedrale mit Campanile, nein, heißt hier einfach Glockenturm. Da steige ich heute auf nicht mehr hinauf.Der Glockenturm.Das Innere.Der Eingang zur Kathedrale, mit vollem Namen St. Stanislaus und St. Ladislaus. Beide Lausarten sind mir nicht bekannt.Gleich daneben das Großfürstliche Schloss zu Vilnius, ehemaliger Sitz der Großfürsten von Litauen. Es wurde 1801 durch die russische Gouvernementsverwaltung abgerissen und erst von 2002 bis 2009 völlig neu aufgebaut und beherbergt heute verschiedene Ausstellungen und Museen. Damit endet der 9. Tag meiner Reise in diesem wunderbaren Land Litauen.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute, am 10. Tag meiner Reise am Donnerstag, den 28. Mai gibt es nur einen Programmpunkt: Vilnius.
Gleich früh am Morgen geht es hier nach oben zur Gediminas-Burg mit zugehörigem Turm. Gediminas war ein mächtiger Großfürst (ab 1316), der Litauen zur osteuropäischen Großmacht aufsteigen ließ und Vilnius zur Hauptstadt Litauens machte. Er musste ständige Angriffe des Deutschen Ordens abwehren und kam 1341 in der Schlacht bei der Bayerburg gegen den Deutschen Orden ums Leben.Aussicht auf die Burg, die leider z.Zt. gesperrt ist; die Kräne haben Vorfahrt.Oben angelangt, bis auf die Turmbesteigung.
Den besten Blick auf die Altstadt hat man vom Gediminasturm. Wenn das Bild etwas schwankt, liegt am starken Wind hier oben.
Blick auf den Fluss Neris und die moderne Stadt.
Nach unten mit der Standseilbahn, die aber zum Glück fuhr, direkt ins Litauische Nationalmuseum, das ich gleich besuchen werde.
Das Museum habe ich mir ausführlich angesehen. Es zeigt die Entwicklung der Menschen in Litauen von der Steinzeit bis fast in die Gegenwart. Hier der Kopfschmuck einer wohlhabenden Frau von vor über 1000 Jahren aus verschiedenen Metallen gearbeitet, bis zu 2 kg schwer. Schon damals musste man für Schönheit leiden.Kirchen gibt es in Vilnius in großer Anzahl. Eigentlich wollte ich in die St.-Nikolaus-Kirche, die älteste noch stehende Kirche in Vilnius, die war aber geschlossen. So ging ich in die Franziskuskirche, eine ursprünglich gotische, heute barocke römisch-katholische Kirche.Innen ein Kunstwerk mit wunderschön restaurierten Fresken an der Decke und den Pfeilern.Wo viel zerstört wurde, hat man ganz behutsam restauriert.In mehreren Phasen wurde und wird die Restaurierung durchgeführt, hier in der 6. Phase die Deckenbemalung St. Antonius aus Padua.Das Ergebnis des Details vom Poster sehen wir hier, wunderschön.Hier ein größerer Ausschnitt. Suchbild: Wo befindet sich das Detailbild von eben?Auch an den Säulen sind die Fresken zu sehen.Weitere Details.In der 4. Phase der Restaurierung wurden der Eingangsbereich und die Empore der Orgel wiederhergestellt. Alles wurde finanziert vom Kultusministeriums Polens.Dass die Kirche das nach allen Umbrüchen des 19. und 20. Jahrhunderts so gut überstanden hat, grenzt fast an ein Wunder.Diese Kapelle wurde auch mit polnischer Hilfe restauriert, war aber geschlossen.Die Heilig-Geist-Kirche, eine Dominikanerkirche, in der auch zur Zeit der Sowjetunion Gottesdienste gehalten werden durften, aber auf polnisch.Jetzt verlasse ich Vilnius und betrete über die Brücke der Vilnia die freie und unabhängige Republik Užipis.Hoffentlich komme ich rein, habe weder Reisepass noch Visum…Glück gehabt! Hier der Engel von Užipis. Vor dreißig Jahren zogen Künstler und solche, die es werden wollten, hierher, das Viertel war wohl ziemlich verkommen. Inzwischen haben Investoren das Sagen und vertrieben die einfachen Leute und kleinen Geschäfte.Hier sitze ich im Café Madeleine, von Ieva empfohlen, und schreibe weiter an meinem Bericht.Schön gepflasterte Gasse in der freien Republik.Vorbei an einem netten Kiosk…verlasse ich die freie Republik und kehre nach Litauen zurück.Gleich danach komme ich an zwei dicht nebeneinanderstehenden (darf man das heute noch so schreiben, Maike?) Kirchen vorbei. Links die römisch-katholische Annenkirche St. Anne und Bernhardine, lit. Šv. Onos bažnyčia, rechts die ursprünglich gotische, heute barocke römisch-katholische Franziskuskirche.Aber leider hat man bei Letzterer das Innere verschlimmbessert, …anders kann ich es nicht bezeichnen.Hier hat man die Fresken an den Säulen mit barocken Holzaltären überdeckt.Mit letzten Eindrücken über diese beeindruckende Stadt, in der viel gebaut wird, siehe Kräne im Hintergrund, …verabschiede ich ich mich für heute von allen, die mit zuschauen auf meiner Reise.Der Blick aus dem WoBi über die Vilnia mit Ausblick auf den Geminidas-Hügel lässt mich vergessen, dass ich auf einem großen asphaltierten Parkplatz stehe, habe den besten Platz erwischt. Gute Nacht.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute, am 11. Tag meiner Reise am Freitag, den 29. Mai geht es an Kaunas vorbei immer an der Nemunas entlang.
In Vilkija oder Vilkynė, 25 km nordwestlich von Kaunas, gibt es noch eine letzte Gelegenheit, die Memel zu überqueren, danach verläuft dann (nach einiger Entfernung) die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad direkt durch den Fluss. Hier geht es ein Stück weiter westlich auf den Seredėshügel, auf dem es früher mal eine Burg gegeben haben soll.Angeblich der beste Ausblick in Litauen über den Fluss Nemunas, sagen die Einheimischen.Hier bleibe ich heute Nacht, direkt an der Nemunas.Der Fluss wäre gut schiffbar, aber kein Schiff oder Boot.
Gute Nacht.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute ist Samstag, der 30. Mai 2026 und der 12. Tag meiner Reise. Nach einer ruhigen Nacht am Flussufer bin ich nun im Nationalpark Rombynas.
Hier gibt es von einem Hügel aus einen wunderschönen Ausblick über die Memel. Auf der anderen Seite ist schon Russland, und da die Grenze in der Flussmitte verläuft, wird der Fluss auch nicht befahren.Hier meine heutige Route, rechts markiert der Parkplatz, links das Ziel, das Memeldelta.Noch ein Blick auf die Nemunas / Memel, dann geht es auf die Suche nach dem …Storchendorf Bitėnai gleich neben dem Regionalpark. Hier gibt es eine Besonderheit: Die Störche nisten nicht auf Häusern, Schornsteinen oder Masten, sondern in einer für Störche dicht besiedelten Kolonie im Kiefernwald. 16 Horste sollen dieses Jahr besetzt sein, ich habe etwa 10 gefunden. Hier schon mal drei.Mit der Handykamera,die folgenden Aufnahmen mit der Fujikamera mit 760 mm Brennweite.Jetzt aber weiter ans Meer bzw. erstmal zum Haff. Unten das Memeldelta, dann Vente, ein Vogelschutzgebiet. Der blaue Pfeil bei Šturmai bin ich. Eigentlich wollte ich weiter nach Klaipėda, aber nach 3 Tagen Freistehen braucht das WoBi Ver- und Entsorgung, also Campingplatz.Hier bin ich am Haff, ganz schön groß und weit, auf der anderen Seite das Sehnsuchtsziel, die kurische Nehrung mit Nida, dem früheren Lieblingsort Thomas Manns und die Hohe Düne. Höher ist nur noch die Düne, bei der Anneke und Karsten gerade sind.Der Blick weiter nach Norden Richtung Pervalka. Von dem Hafen rechts im Bild wollte ich eigentlich morgen nach Nida übersetzen, die Fähre liegt 100m vor dem WoBi, die Saison startet aber erst am nächsten Samstag, also neu planen.Der Platz liegt eigentlich sehr schön, aber die hier lebenden Mücken haben beschlossen, dass sie heute alle schlüpfen.Das sind keine Vogel-, sondern Mückenschwärme.Zum Glück hatte ich sehr liebe Nachbarn Bettina und Kai, mit denen ich nach dem Abendessen im Restaurant einen sehr netten Abend mit Mückenschutzmittel draußen, später aber dann doch lieber im Wohnmobil verbracht habe.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute ist Sonntag, der 31. Mai 2026 und der 13. Tag meiner Reise. Nach einer ruhigen Nacht mit Mückenschutzgitter …
geht es nach Norden. Fähre gerade noch geschafft, uff! Klaipėda lasse ich heute rechts liegen und fahre mit dem WoBi auf die kurische Nehrung.Freistehen ist hier nirgendwo erlaubt, ist ja alles Naturschutzgebiet. Hier bin ich auf einem sehr schönen Campingplatz etwas außerhalb von Nida, also etwa in der Mitte der Nehrung. Ich habe einen schönen Stellplatz am Rand unter Bäumen, aber allein bin ich nicht. Der Platz ist fest in deutscher Hand.Der Platz liegt ganz in der Nähe der „Hohe Düne“ und dem Strand. Knapp 3 Kilometer südlich liegt Russland.Auf zum Strand.Hier besser nicht abbiegen.Das Wasser ist ziemlich frisch, es ist ja noch Mai.Feierabend mit Litauer Bier aus Kaunas. Dazu „Offene See“, das Buch hat mir Jenny empfohlen.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute ist Montag, der 01. Juni 2026 und der 14. Tag meiner Reise, schon 2 Wochen rum. Heute wird geradelt.
Der Radweg ist sehr gut ausgebaut und verläuft durch duftende Kiefernwälder. Ich fahre entlang der kurischen Nehrung nach Norden. Wetter am 1. Juni wie im Sommer. Badezeug habe ich dabei.9 km weiter komme ich zur Ortschaft Preila.Die Uferpromenade ist nicht so prickelnd, der Weg betoniert, die Häuser stehen praktisch am Wasser, nicht sehr einladend.Aber ein schönes Restaurant mit Terrasse direkt über dem Wasser, wie schön.Vorspeise Rote Bete-Suppe,Ein kleines Bier hat hier 1/2 Pinta = 284 ml. Helles Bier heißt Light Beer. Es schmeckt so gut wie die Suppe.Das Hauptgericht ist Flunder, serviert auf einem Bett aus Graupen, Erbsen und Bohnen. Ich kann mich nicht entsinnen, schon einmal Flunder gegessen zu haben. Die Flunder lebt hier im salzarmen Haffgewässer.Auf dem Weg zu „Hord of Goats“ doch zuerst ein kleiner Beobachtungsplatz.Weiter auf dem kleinen Waldweg ist dann das Ziel erreicht. Gemeint ist keine Horde von Ziegen, sondern ein kleines Cap.Ganz ruhig ist es hier nicht, hört mal zu…Ein Stück weiter ist das Ziegenkap als kleine Landspitze zu sehen.Durch die langweilige Ortschaft Pervalka hindurch geht es zum Leuchtturm Birschtwinscher Eck und zum Cap Verde – oder so ähnlich …also genauer Cap Pferde (horses‘ Cape). Der Ort wurde vom Deutschen Orden als Stützpunkt zum Queren des Haffs benutzt und bot gutes Futter für die Pferde. Von hier aus würde die Burg Ventė angegriffen.Von hier aus kann man auch die große Vingio-Düne sehen (mit 10-fach Zoom), 59 m hoch, aber nicht betreten, da gibt es weiter nördlich einen offiziellen Zugang zum Negelnschen Berg (mit Eintritt). Ich trete die Rückfahrt an, 18 km nach Nida mit Klapprad.Aber vorher will ich noch an die Ostsee, westlich von Pervalka. Ein menschenleerer breiter Strand, schöner weißer Sand und blauer Himmel. Eine Stunde war ich hier und habe gebadet, am 1. Juni. Das Wasser hat sich am Ufer durch die Sonneneinstrahlung auf schätzungsweise 18-19 Grad erwärmt, es war wunderbar.Der Radweg zurück zieht sich, 19 km und meistens so wie hier unter Bäumen, und topp Fahrweg.Das war meine heutige Tour, fast 40 km nach Pervalka mit Umweg ans Meer und zurück nach Neringa / Nidden, wie es auf litauisch heißt.Mein Klapprad. Da schmeckt das Bier richtig gut.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Es ist Dienstag, der 02. Juni 2026. Heute am 15. Tag meiner Reise lasse ich es ruhiger angehen.
Ein Besuch im Sommerhaus der Familie Mann gehört zum Pflichtprogramm in Nidden.Sehr schön am Aufgang zum Haus: Fotografien litauischer Trachten.Blick aus dem Arbeitszimmer des Schriftstellers, der hier die Sommer 1930 – 1932 verbrachte und auch arbeitete. Aufgrund seiner scharfen Kritik am Nationalsozialismus wurde er bereits in Nidden bedroht, indem man ihm einen Karton mit der Asche des Romans „Buddenbrocks: Verfall einer Familie“ vor sein Sommerhaus stellte.Nachdem er bereits 1933 erst über Frankreich in die Schweiz und später in die USA emigrierte, wurde er 1938 …ausgebürgert, nachdem sein Bruder Heinrich und seine Kinder Klaus und Erika schon vorher „der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden“ waren, siehe unten im Text.Der Rest des Tages war der Entspannung gewidmet.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute ist Mittwoch, der 03. Juni 2026 und der 16. Tag meiner Reise. Heute geht es bei herrlichem Wetter auf das Fahrrad.
Ich bleibe noch einen Tag länger in Nidden, auch wenn es sicher nicht mehr so idyllisch ist wie zu Zeiten von Thomas Mann. Das Wetter ist traumhaft und lädt wie auch gestern und vorgestern zum Baden ein. Vorher wollte ich mit Fähre und Fahrrad über das Haff fahren, gibt es aber (noch) nicht. Also wieder aufs Rad.Vorbei an herrlicher Landschaft ist heute mein Ziel der Ort Juodkrantė. Zurück will ich mit dem Bus fahren, soll gehen, wenn man kein E-Bike hat.Nach gut 20 km treffe ich auf diese junge Frau, die mit einer höchst originellen Idee am Parkplatz zur „Nagliu Kopa“ Kunden anzieht: mit Kaffee aus einer italienischen Siebträgermaschine, eingebaut in einen Smart. Die Maschine heizt mit Gas. Selbstverständlich habe ich sie gefragt, ob ich sie fotografieren darf.Wer oder was ist nun Nagliu Kopa? Auf deutsch Negelnscher Berg, ist es die bekannteste Dünenlandschaft etwa in der Mitte der kurischen Nehrung von Litauen. Wie man sieht, bin ich nicht allein unterwegs, die Idee mit der fahrenden Kaffeemaschine ist sicher nicht schlecht.Jetzt die Schuhe aus und barfuß weiter… Wer will, kann sich ein Paar neue Schuhe aussuchen.Bergwandern geht leichter, da rutscht der Weg nicht immer nach unten weg.Am Aussichtspunkt angekommen. Auf der Landzunge links im Hintergrund war ich vorgestern am Cape Horse und habe die Dünen von da aus fotografiert.Der Ausblick auf das Haff. Nördlich von dieser Stelle sind im 17. Jahrhundert nach massiver Abholzung drei Fischerdörfer im Sand versunken. Bevor man die Nehrung im 19. Jahrhundert wieder aufzuforsten begann, wanderten diese Dünen über die kurische Nehrung.Überblick über die grauen Dünen, wie sie auch heißen. Der Bewuchs schützt die Dünen vor weiterer ErosionVon der Düne aus nach Juodkrantė.Hier habe ich mich abgekühlt.Vegetation in den Dünenangekommen am heutigen Tagesziel.Da hinten ist ein schöner Platz, da werde ich mich stärken.Der Fisch des Tages ist heute Lachs.Nach der Rückfahrt mit dem Bus (Klapprad war von Vorteil, 10 € gespart) habe ich mir ein schönes Plätzchen am Hafen gesucht und den Fisch mit …Bier Kalnapils runtergespült. Ein anstrengender, aber erlebnisreicher Tag. Nur die Hexen in Juogkrantė musste ich auslassen, um den letzten Bus nach Nidden zu erwischen.Aber ich kann die kurische Nehrung nicht verlassen, ohne vorher einen Blick auf die Parnidis-Düne zu werfen. Diese Düne bewegte sich früher mit dem Wind über die kurische Nehrung und begrub das alte Nidden vollständig unter sich. Um 1730 wurde das neue Nida errichtet, aber erst die Pflanzung von Bergkiefern konnte die weitere Wanderung der Dünen verhindern.Schon wieder bergauf…bis auf 52 m Höhe, wo auch diese Sonnenuhr steht.Von hier kann man bis nach Russland gucken, knapp 2 km entfernt.Hier darf man die Düne sogar betreten und, wenn man will, bis zur russischen Grenze wandern.Hier sind schon überall Leute durchgelaufen, aber aufgepasst, dass du nicht in Russland landest.Ich gehe weiter und plötzlich taucht da ein Mann auf, mal näher anschauen.Dies ist Jean-Paul, nicht der aus Coburg, sondern Sartre, der hier 1965 mit Simone de Beauvoir zu Besuch war. Muss ziemlich stürmisch gewesen sein.Nochmal ein Detail von der Sonnenuhr und …ein Blick auf den Leuchtturm von Nidden und es geht zurück ins WoBi. Nach einem ereignisreichen Tag wünsche ich Gute Nacht nach Deutschland.
================================== Guten Morgen nach Deutschland. Es ist Donnerstag, der 04. Juni 2026 und der 17. Tag meiner Reise, heute werde ich die kurische Nehrung verlassen.
Mit der Fähre geht es nach Klaipėda.Ein Spaziergang durch Klaipėda. Der Marktplatz, hier findet man das Stadttheater und einen Markt mit Bernstein und sonstigem Schmuck für die Kreuzfahrttouristen, die gerade in Horden durch die Stadt streifen.Ein paar Eindrücke.Cafés in alten Häusern an der Danė.alt und neu …die Meridianas, auf der man auch Essen kann.Ausblick von der anderen Seite.In der Neustadt.Hier die andere Seite der Liepu-Straße.Die alte Zentralpost von Klaipėda.Neue Wohnbebauung?? an der Danė.War das mal ein Schuhkaufhaus „Salamander“? Jetzt wird innen gerade umgebaut.Auch hier ist ein Café drin, es kommen viele Touristen, aber auch Einheimische. Robert war auch drin.Über den Fluss führen einige Klappbrücken.Am anderen Ufer die alte Speicherstadt.Abschied von der Altstadt.Kultusministerium stand dran.Stattliches Stadthaus.Ade Klaipėda.Weiter geht es nach Lettland. Litauen weint, als ich über die Grenze fahre.Am Zugang zum Nationalpark Pape finde ich ein Quartier für die Nacht. Die wilden Rindviecher lasse ich lieber in Ruhe, die leben hier völlig frei. Morgen soll es eine Führung geben. Damit endet eine wunderbare Zeit in Litauen und es beginnt das Abenteuer Lettland.