Meine Reise ins Baltikum 2026 – 3. Abschnitt Estland
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Am Dienstag, den 16. Juni 2026 und 29. Tag meiner Reise fahre ich früh in Richtung Norden.
und fahre über die Grenze nach Estland.Da ich eine kleine Küstenstraße genommen habe, …war von der Grenze fast nichts zu sehen, nur ein unscheinbares Schild am Straßenrand.Ich bin diesen Vogellehrpfad entlanggelaufen. Es war aber nicht viel los, was Vögel betrifft.In Estland gibt es deutlich weniger Sandstrände als in Litauen und Lettland und dieser ist nicht gerade breit.z.T. auf Bohlen geht es durch ein Sumpfgebiet mit …knorrigen Urwaldriesen.Damit verlasse ich den Vogellehrpfad und fahre weiter gen Norden nach …Pärnu, ein wohl im Sommer sehr beliebter Badeort mit schönen Sandstränden und mondänen Villen. Besucher wollen die wohl keine haben, bei 3€ Parkgebühr pro Stunde in den Randbezirken.Ganz nett: die Suurmärter Katariina Kirik, benannt nach Katharina der Großen.Das Rathaus.Es gibt noch etliche Holzhäuser in Pärnu. Es gibt um das Stadtzentrum herum viele Parks und toll restaurierte Villen; wer hier wohnt, hat Geld und geht ins Café Grand.Mit diesem Graffiti verabschiede ich mich von Pärnu; glaube nicht, dass ich wieder komme.Irgendwo an einer kleiner Landstraße fand ich dieses aus der Zeit gefallene Café, in dem ich Pilzsuppe mit den ersten Pfifferlingen der Saison und …gebratene Heringe gegessen habe. Ihre Kunden sind Discgolfspieler, wofür es hier einen Parcours gibt.Hier mein Weg für heute: unten die Grenze, gleich danach am Meer der Vogellehrpfad, oben rechts Pärnu, links Mitte mein Quartier für die Nacht.An diesem (fast) einsamen Platz habe ich übernachtet und nach Vögeln Ausschau gehalten. Die Schaukel wurde von zwei jungen Vätern für das Mittsommerfest wieder sicher gemacht und ist jetzt fast neu. Damit endet der 29. Tag meiner Reise ins Baltikum, auf der ich jeden Tag aufs Neue überrascht werde.
==================================== Heute ist Mittwoch, der 17. Juni 2026 und 30. Tag meiner Reise. Heute fahre ich auf die Insel.
Jetzt bin ich reif für die Insel…Ohne zu warten, komme ich noch auf die Fähre nach Muhu.Anlagen in Muhu und gleich nach links zu einem Campingplatz an der Marina mit Restaurant. Und, auch mal wichtig, mit Waschmaschine und Trockner, ist mal wieder fällig.Mein Standort, vielleicht für einige Tage, es ist sehr schön hier und wenn das Restaurant so gut ist wie gesagt wird, …bei dem schönen Ausblick. Allerdings werde ich am 23.6. nicht mehr hier sein können, da dann das Feuer angezündet wird.Ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht; es ist ein wunderschöner Abend geworden.Abendstimmung vor einer kleinen Sauna, ich schaue nach Vögeln und mache … ein paar Aufnahmen mit meiner Kamera.Du, schau mal, ich hab was für dich …doch, wirklich, nimm schon!Na gut, wenn es sein muss.… aber ich krieg den kaum runter. Jedenfalls habe ich die Küstenseeschwalben so verstanden. Die Dreizehnmöwe hat Probleme mit dem Nachwuchs.Die zwei sind …einfach ausgebüxt, weit ab von der Brutkolonie.Dann wollen sie sie nach Hause bringen und werden noch aus der Luft angegriffen. Oh wie schwer kann das Leben sein.Mit diesem Bild verabschiede ich mich für heute von euch und wünsche eine gute Nacht.
==================================== Heute ist Donnerstag, der 18. Juni 2026 und 31. Tag meiner Reise.
Guten Morgen nach Deutschland. Seit einer Stunde bin ich mit einem kleinen Boot auf dem Wasser, erst mal zum Üben, ohne dass einer zuschaut.Blick auf den Jachthafen, auf dem ich gerade stehe und eine ruhige Nacht verbracht habe.Nach einem kleinen Spaziergang durch ein Waldgebiet mit vielen Ferienhäusern in Privatbesitz …gab es dann zum Abendessen Borschtsch und hinterher …Heringssalat mit Bratkartoffeln. Dazu das spezielle Brot von der Insel Muhu mit Flachssamen. Damit endet ein sehr ruhiger Tag in Estland.
==================================== Heute ist Freitag, der 19. Juni 2026 und 32. Tag meiner Reise ins Baltikum.
Guten Morgen nach Deutschland. Heute noch eine weitere Spritztour mit dem Motorbötchen, mit Buch für die Lesepause. Dann geht es weiter.Zuerst bleibe ich noch auf der Insel Muhu, zum einen, um das berühmte …Muhu-Brot zu kaufen, für das die Leute Schlange stehen, das gibt es im Hauptort Liiva und kommt direkt aus dem Ofen, so dass der Verkäufer mir ans Herz legte, die Tüte offen zu lassen, damit es auskühlen kann, zum anderen … Anmerkung zur Muhu-Bäckerei: Nach meiner Rückkehr sah ich einen Reisebericht im Fernsehen, in dem auch die Bäckerei erwähnt wurde. Diese war wohl schon dauerhaft geschlossen, als ein Jurist im Jahr 2013 beschloss, hier wieder Brot zu backen, ein Roggenbrot mit malzigem Geschmack, dass 12-17 Std. Teigruhe hinter sich hat, bevor es für gut eine Stunde in einen der vielen Öfen kommt. Auf dem Foto ist der Chef an den Öfen zu sehen. Das Brot ist inzwischen in ganz Estland bekannt und begehrt.wurde mir der Hafen von Koguva ans Herz gelegt,an dem man entweder im Gästehaus oder in …schwimmenden Häusern seine Zeit verbringen kann.Überall stehen alte Boote und Schiffe, die gerade auch auf Leinwand festgehalten werden.Diese auch.Diese hier kommt aus Finnland.Die Gegend hier ist eher was für Vögel als für Menschen.Eine Sauna gibt es hier auch, da muss man aber erst rausschwimmen.Jetzt geht es über einen aufgeschütteten Damm auf die Insel Saaremaa, der größten der drei vorgelagerten Inseln.Mehr als 100 km sind es von der Marina bis zu meinem heutigen Stellplatz … Anmerkung: unten auf der Karte sieht man Kap Kolka in Lettland, von wo aus ich den Leuchtturm von Sõrve sehen konnte.am Leuchtturm, hier bin ich ganz allein.Doch immer der Reihe nach: zuerst nach Kaali, da gibt es einen Meteorkrater von 110 m Durchmesser und etwa 15 m Tiefe, siehe rote Markierung. Man nimmt heute an, …dass hier vor etwa 4000 Jahren das größte Teilstück eines Meteors von ca. 20 bis 80 Tonnen Masse eingeschlagen ist, nachdem er sich bereits in der Atmosphäre in kleinere Bruchstücke zerlegt hat. In der Bevölkerung Saaremaas gibt es zuvor mehrere Mythen zur Entstehung der Krater. So soll die Erde hier aus Entsetzen über eine Geschwisterheirat die Traukirche verschlungen haben. Eine andere Sage berichtet von einem Gutsherrn, der nach einer zügellosen Orgie samt Gutshof und Feiergesellschaft vom Erdboden verschlungen worden sein soll. Ja, ja, die Moral …Weiter geht es nach Kuressaare, der einzigen Stadt der Insel mit bewegter Vergangenheit. Mit 13.400 Einwohnern beherbergt sie die meisten Einwohner der Insel. Die Dichte an Cafés, Restaurants, Eisdielen und Bars übertrifft die Coburgs bei weitem.Hier ist alles tipptopp.Ruhige Nebenstraße, ohne Resto und Co.Überall kann man einkehren.Ein imposantes Bauwerk ist die Bischofsburg Arensberg. Etwa Mitte des 14. Jahrhunderts nahm von hier aus die gewalttätige Christianisierung durch den „barmherzigen“ Deutschen Orden ihren Lauf. Die Bewohner der Insel wollten nämlich nicht, die Ungläubigen …Burggraben.Insgesamt haben hier immer die gleichen üblichen Verdächtigen gewütet, nach der Kirche kamen die Dänen, dieses hygge Volk, dann die friedfertigen Schweden, dann kamen die Russen. In dieser Zeit wurde die Anlage zur Festung ausgebaut und immer wieder modernisiert, bis sie nach der 3. polnischen Teilung an Bedeutung verlor.Danach kam eine kurze Zeit der Ruhe mit der Selbständigkeit, dann mit dem Hitler-Stalin-Pakt die Sowjetunion, dann wieder die Deutschen in Form der Nazis, dann wieder Sowjetunion, jetzt endlich selbständig.Die Festungsanlagen einschließlich der Mauern darf man betreten, obwohl kein Geländer die Besucher hier oben vor dem Abstürzen bewahrt.Eine Windmühle steht hier auch, aber sicher nicht im Original.Am Burggraben das edle Hotel Ekesparre.Die Fahrt geht weiter nach Süden zu meinem Nachtquartier am Leuchtturm.Zum Abendessen gab es noch das besagte Muhu- Brot, ich sag euch, sowas von lecker.Mit diesem Blick aus der Seitentür meine WoBis um 21:50 Uhr verabschiede ich mich für heute.Estland, Saaremaa, 19. Juni 2026 22:55 Uhr. Gute Nacht.
==================================== Heute ist Samstag, der 20. Juni 2026 und 33. Tag meiner Reise ins Baltikum.
Guten Morgen nach Deutschland. Heute bin ich früh aufgestanden, habe aber erstmal meine weitere Reise geplant und insbesondere die Rückfahrt, da ist die Fähre von Helsinki nach Travemünde eine gute Alternative zur Straße. Also gebucht und damit auch das weitere Programm quasi vorgegeben. Antje weiß dann schon mal Bescheid, dass ich am Sonntag Abend bei ihr auftauchen werde.Weiter zur Südspitze der Insel Saaremaa, aber erst mal Halt bei dieser Mühle, …bei der es ein Café mit Meerblick gibt. Ich bin der erste Gast der Saison, was bedeutet, dass der Sommertrubel hier bald beginnt.Sõrve tuletorn an der Südspitze von Saaremaa.Na klar, schon wieder 250 Stufen.Blick nach Norden auf die Insel.Toller Ausblick von knapp 50 m Höhe. Die sog. Feuerhöhe beträgt 52,1 m und die Aussicht für Besucher liegt eine Etage tiefer.Neues Licht, ohne die übliche Prismenoptik. Nenntragweite 15 sm.Blick von der Südspitze auf den tuletorn.Hinter mir nach Süden nur Wasser, da geht es nach Lettland. Ievas Mütze ist jetzt immer dabei.Nach einem Mittagessen am Leuchtturm geht es in den Norden der Saaremaa. Dort habe ich die mittelalterliche Burg Maasilinn besichtigt.Da wird noch viel gegraben und restauriert und man darf nur auf eigene Gefahr rein, auf wessen denn sonst?Auch hier waren wieder die üblichen Verdächtigen beteiligt, also der barmherzige Deutsche Orden, die Dänen und die Schweden. Als die Russen kamen, war alles schon zerstört, die haben dann nichts mehr gemacht.In verschiedenen Kreuzzügen (seit 1193 mit päpstlicher Billigung) und als Folge der Ostkolonisation hatten im Verlauf des 13. Jahrhunderts Dänen und Deutsche Estland und Livland unter ihre Herrschaft gebracht. Die neuen Herren brachten das Christentum mit, beseitigten die bisherigen politischen Strukturen und führten ein strenges Steuer- und Abgabenwesen ein. Die autochthone estnische und livländische Landbevölkerung wurde größtenteils unterworfen und zu Unfreien gemacht. Als Aufstand in der Georgsnacht (estnisch Jüriöö ülestõus) am 23. April 1343 bezeichnet man die Rebellion der estnischen Landbevölkerung gegen die deutschen und dänischen Herren des Landes zwischen 1343 und 1345. Ausblick von der Burg auf die Ostsee. Am 24. Juli 1343, als der Aufstand in Nordestland bereits beendet war, brach eine neue Rebellion auf der seit 1227 zum Dominium des Schwertbrüderordens gehörenden Insel Saaremaa (Ösel) aus. Die Kirchenfestung Pöide (Peude) wurde dabei von den estnischen Aufständischen eingenommen. Deutschstämmige Siedler und ausländische Kaufleute auf der Insel wurden getötet oder vertrieben. Anfang 1344 landeten Aufgebote des Deutschen Ordens auf der Insel. Bei den folgenden Kämpfen wurde der von den Esten ernannte König Vesse am 15. oder 17. Februar 1344 getötet. Hingegen konnte der Aufstand auf Saaremaa erst im folgenden Winter 1345/46 endgültig niedergeschlagen werden. Als Ergebnis fielen alle wichtigen bis dahin dänischen Städte in Estland als Folge des Aufstands in der Georgsnacht in die Hand des militärisch und politisch gestärkten Deutschen Ordens, vor allem 1343 Tallinn und Rakvere (Wesenberg) sowie 1345 Narva. Als Strafe für die Vernichtung des bisherigen Stützpunkt des Ordens mussten die estnischen Bewohner der Insel die Burg Maasilinn mit bis zu 8 m dicken Mauern als neuen Stützpunkt des Deutschen Ordens bauen. 1576 wurde die Burg durch den friedfertigen dänischen König Frederik II. vernichtet und ist seitdem eine Ruine. Dann suchte ich ziemlich lange nach einem ruhigen Stellplatz, was wegen Wochenende und Sommersonnenwendenfestvorbereitung nicht einfach war. Auf dem Stellplatz Orissaare gleich neben der Burg wurden große Lautsprecherboxen aufgebaut, was für die Nacht nichts Gutes verhieß. Hier bin ich in Liiva auf der Insel Muhu fündig geworden, sitze jetzt unter einem Ahorn und genieße die Ruhe. Nette Stellplatznachbarn kamen auch noch, die ich zum Wein einlud. Damit geht der 33. Tag meiner Reise ins Baltikum zu Ende.
=========================================== Heute ist Sonntag, der 21. Juni 2026 und 34. Tag meiner Reise ins Baltikum.
Heute fahre ich (nach einem „kurzen“ Stopp von 15 Minuten in der Muhu-Bäckerei, der Andrang war besonders groß) weiter in die Hauptstadt Estlands: Tallinn. Stellplatz: ungemütlicher, aber (auch verkehrs-)günstiger Parkplatz an der Ostsee. Um 16:50 Uhr geht es in die Altstadt. Hier der Blick auf die „Dicke Margarethe“, Teil der alten Stadtbefestigung. Tallinn verfügte über 6 Pforten als Zugänge zur Stadt, alle hatten ein bis zwei Vortore, Hängebrücken über den Wallgraben und Fallgitter, so auch das Große Küstentor als Verbindung zwischen Hafen und Rathaus. Tallinn war ständig von feindlichen Truppen bedroht (heute sind es die Kreuzfahrtschiffe täglich etwa zwischen 9 – 16 Uhr), so dass 1529 an der Flanke des Tores ein Wehrturm mit einem Durchmesser von 25 m und einer Mauerdicke von 5 m errichtet wurde, eben die „Dicke Margarethe“. Warum gerade Margarethe, darüber wird noch gerätselt, der Name stammt aus der Zeit des russischen Zarenreichs. Heute beherbergt der Turm das Estnische Seefahrtsmuseum mit über 700 Exponaten. Habe ich leider nicht besichtigt, obwohl es das gut erhaltene Wrack eines 18 m langen Hanse-Segelfrachters aus dem 14. Jahrhundert als Besuchermagnet ausstellt, allerdings nicht im Turm, das ginge dann doch nicht. Habe ich zu spät gelesen…Gleich zu Beginn der Altstadt ein ganz besonderes Denkmal für Estland: Die „unterbrochene Linie“, estnisch: Katkenud liin wurde zum Andenken an die am 28. September 1994 mit der Fähre Estonia (=Estland) 852 ertrunkenen Besatzungsmitglieder und Fahrgäste errichtet, die in einem außergewöhnlichem heftigen Sturm gesunken ist. Das Denkmal besteht aus zwei aus schwarzem Granit hergestellten Bögen, die sich nie treffen und wurde vom Bildhauer Villu Jaanisoo errichtet.Tallinn ist berühmt für seine mittelalterliche Stadtbefestigung mit ursprünglich 40 rotgedeckten Wachtürmen, von denen noch 26 erhalten sind. Hier sehen wir den Stoltingturm, dahinter die Olaikirche. Die Altstadt (estn. Vanalinn) gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“. Dem habe ich nichts hinzuzufügen, so beeindruckend ist diese Stadt.Hier geht es in die Altstadt. Die Straße heißt Uus.In diesem schönen Haus Uus 26 befindet sich ein Hostel.Die Skulptur „Hetk pärast suudlust“ („Moment nach dem Kuss“) von Tauno Kangro, der auch andere Skulpturen in Tallinn geschaffen hat. Sie befindet sich im Park „Musumägi“ ganz in der Nähe der Lehmpforte, durch die es in die mittelalterliche (Unter)Stadt geht. Ich fühle mich an meine Katja erinnert.Das ist die Lehmpforte, vom Park aus gesehen. Was wir hier sehen, sind die Nebentürme des sog. Vortores. Das Haupttor wurde 1888 abgerissen, nachdem es seine militärische Funktion verloren hatte. Hier steht so eine Bimmelbahn für die Touris, bin ja auch einer.Also setzte ich mich in die Bimmelbahn und machte eine kleine Stadtrundfahrt, gut für einen ersten Überblick, denn ich plane nicht akribisch genau, wie ich eine Stadt erkunde, sondern gehe einfach los und lasse mich überraschen. Nur wenn ich das Gefühl habe, am eigentlichen Zentrum vorbeizulaufen, orientiere ich mit Organic Maps oder einem steinzeitlichen Reiseführer auf Papier. Das hier ist die Nationaloper Estonia aus dem Jahr 1913.Das Estnische Dramatheater aus dem Jahr 1910 befindet sich gleich daneben. Beide Gebäude liegen an der Pärnuer Chaussee, eine mehrspurige Straße, die die Altstadt umgibt.Geschäftszentrum Kawe City, zentraler geht es in Tallinn fürs Business kaum, befindet sich in der Nähe vom Freiheitsplatz. Es wurde 2022 fertiggestellt und erfüllt die Energieeffizienzklasse A, was auch immer das in Estland heißt.Zurück an der Lehmpforte, die Bimmelbahn sieht man hinter dem rechten Turm.Blick in die Müürivahe, die Mauerstraße. Die Stadtmauern wurden im Mittelalter immer mehr verstärkt und sind heute 2-3 m dick.Blick in eine kleine Gasse.Das Mittelalter lebt. Diese Gebäude bestand ursprünglich aus drei Speicherhäusern, die nach dem Einsturz und Neubau des einen in den Jahren 1655-57 zu einem zusammengefasst wurden und heißt Pakkhoone = Packhaus. Es liegt direkt am Alten Markt. Hier wurden früher die Waren ausländischer Kaufleute für den Markt gelagert. Heute kann man hier im Restaurant Olde Hansa mittelalterlich speisen, mache ich vielleicht heute Abend. Zweimal um die Ecke geht es zum …… RathausplatzHat was von einem Coburger Erker, finde ich.Die Ostseite. Im Troika gibt es Russisches…Und hier nun das Tallinna Raekoda, das Talliner Rathaus im Zentrum der Altstadt.Wie man hier sieht, könnte es aus dem Jahr 1627 stammen, tut es aber nicht. Das ist nur das Datum der Arbeiten des Kupferschmieds Daniel Pöppel, der zwei Wasserspeier in Form von Drachenköpfen an der Hauptfassade angebracht hat. Das Rathaus in seiner jetzigen Form entstand zwischen 1402 und 1404.Auf der Ostseite des Rathauses befindet sich ein achteckiger Turm, in dem sich eine der ältesten Glocken des Baltikums befindet, die früher Brandalarm gegeben hat. Noch weiter oben wohnt ein entfernter Verwandter von mir, der seit 1530 die Wetterfahne ziert, der „Vana Toomas“, der „Alte Thomas“. Früher war die Figur mal vergoldet und stellt einen Landsknecht dar, der eine Fahne in der Hand hält. Immer schön den Überblick bewahren, Thomas …Gegenüber von diesem Nobelhotel habe ich im Restaurant Rataskaevu 16 (Raderstraße) sehr gut gegessen, ich hatte Glück und habe einen schönen Platz draußen erwischt, denn es war sehr belebt und nach mir wurden viele Gäste abgewiesen. Die Autos, die hier vor- und vorbeifuhren, waren alles Nobelkarossen. Tallinn ist eine wohlhabende Stadt.Nach dem Essen schlendere ich noch durch die Altstadt.Ein Türmchen …nach dem anderen.Aber auch unten ist noch viel los, …es ist noch immer Besuchszeit im Museum Tallinn.Die schönste Gasse in Tallinn soll ja der Katharinengang sein, sagt mein (gedruckter) Reiseführer. Aber die Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters und diese Gasse, der Börsi käik, hat es mir besonders angetan.Auf 70 m kann auf dem „Pfad der Schichte“ die Geschichte Estlands erleben. Na ja, vor der letzten Eiszeit war hier sicher nicht viel los.Alle Steine habe ich nicht fotografiert, aber diese Datum kennt ihr schon, oder? Über den Aufstand in der St. Georgs-Nacht 1343, als die Esten gegen die Besetzung und Unterdrückung durch die barmherzigen Brüder des Deutschen Ordens revoltiert haben, hatte ich schon auf der Insel Saaremaa geschrieben.Danach waren ja nur Besetzung und Besatzung an der Tagesordnung, friedliebende Dänen, Schweden und Russen. Aber mit dem Ende des Zarenreiches gab es 1918 die erste Unabhängigkeitserklärung Estlands, …aber zwei Jahre Krieg dauerte es bis zur echten Unabhängigkeit. Diese dauerte bis 1939, als Hitler und Stalin ihre Interessenbereiche im Molotow-Ribbentrop-Pakt aufteilten. Zuerst wurden sowjetische Truppen stationiert, …1940 wurde Estland dann offiziell „Teil der Sowjetunion“. 1941 kamen wieder die Deutschen, diesmal in Gestalt der unbarmherzigen Nationalsozialisten (die Vorfahren der AfD). Ab 1943 wieder Stalin bis zum Ende der Sowjetunion (natürlich nicht nur unter Stalin).1991 wurde Estland wirklich unabhängig, mit Eintritt 2004 in EU und NATO Teil der demokratischen Wertegemeinschaft Europa …… und im Jahr 2418 wird Estland den 500. Jahrestag seiner Unabhängigkeit begehen. Das wünsche ich den Esten und uns von ganzem Herzen.Jetzt gehe ich durch diese wunderschöne Altstadt …zurück zu meinem Wohnmobil.Hier ist noch was los.Kleine Gasse mit mächtigen Stadthäusern neben dem …Tallinner Stadttheater in der Breiten Straße.Leider versperren Tallinner Kleinwagen eine Teil der Aussicht.Mit diesem Blick in die Breite Straße mit der gotischen Olaikirche aus dem Jahr 1267 im Hintergrund endet mein heutiger Bericht aus Estland. Für morgen habe ich mir eine Führerin gebucht, um die Stadt besser kennenzulernen.
=========================================== Guten Morgen nach Deutschland. Heute ist Montag, der 22. Juni 2026 und 35. Tag meiner Reise ins Baltikum.
Zu spät, die Kreuzfahrer sind schon da. Auf dem Weg zur Stadtführung komme ich in der Pikk tänav = Langstraße an den Gildehäusern vorbei. Die Pikk erstreckt sich von der Dicken Margarethe nördlich am Rathausplatz vorbei und geht dann in den Pikk jalg, den Langen Domberg über, darüber später mehr bei der Stadtführung. Dies hier war einst die Toplage in der (Unter)Stadt. Die Touris stehen vor dem Schwarzhäupterhaus mit der Nummer 26. Die Schwarzhäupter waren deutschstämmige Kaufleute, meine These ist die, das die Jungs jung und ledig waren und daher noch keine weißen Haare hatten. Der Name Schwarzhäupterhaus verweist aber wohl tatsächlich auf den Schutzheiligen der Bruderschaft, den frühchristlichen Märtyrer Mauritius hin. Die Gildehäuser haben alle recht breite Fassaden, was den Reichtum ihrer Eigentümer anzeigte: Im Mittelalter wurde die Grundsteuer nach der Breite der Hausfassade berechnet. War wahrscheinlich früher etwas mehr als die € 21,02333, die ich heute monatlich an Grundsteuer bezahle.Bauherr dieses Jugendstilhauses von 1909 war ein Herr Reichmann, Nomen est Omen. Heute beherbergt es eine Apotheca.Hier mit der Hausnummer 20 das Haus der Kanut-Gilde.Gleich beginnt die Stadtführung. Hier nochmal ein Blick auf einen der Wasserspeier am Rathaus.Gleich um die Ecke befindet sich das Höppner-Haus in der Markthalsgasse. Das erste Wohnhaus stand hier bereits 1367, war aber wohl noch kleiner, wegen der Grundsteuer und so. Die früheren Gebäude auf diesem Grundstück wurden 1665 zusammengefasst und diese Haus gehörte dann dem Kaufmann Johan Höppner und wurde 1681 auf den heutigen Zustand umgebaut. Der Johan muss ganz schon Kohle gescheffelt haben, denn so große Fenster im Erdgeschoss wurden damals ziemlich besteuert. Gewohnt wurde unten, oben war der Speicher.Hier das Haus Peppersack, früher Pepersack aus dem Jahr 1434, noch immer im Originalzustand und liegt an der Ostseite des Rathausplatzes. Der Name Pepersack stammt aus dem Jahr 1520, als das Haus dem Meister Hans Pepersack gehörte. Der Name war zugleich auch ein Spottname für reiche Kaufleute.Der Rundgang geht weiter. Wir sind eine kleine Gruppe, ein Schweizer, ein Tscheche und ich. Unsere Führerin scheint mir etwas sauer zu sein, dass wir so wenige sind, aber immerhin bekommt sie von jedem mehr als 30 €. Das sog. Bischofshaus, Kuninga tänav 1 (Königstraße 1). Das jetzige Haus ist datiert auf das Jahr 1451 und gehörte einem reichen Kaufmann. Es wird auch Vater-und-Sohn-Haus genannt, da links ein Gebäude mit Tor und halbem Giebel angebaut wurde. Im Internet habe ich gesehen, dass es für € 2.490.000 zum Verkauf steht.Über die Lühike jalg, den „Kurzer Domberg“, geht es hinauf in die Oberstadt, zu den Reichen und Mächtigen. Für Tallinn galt das nur bedingt, da für die Kaufleute der Unterstadt bis 1865 das lübische Stadtrecht galt, in Zweifelsfall wurde also in Lübeck nachgefragt. Und über viele Jahrhunderte haben sie richtig Geld gescheffelt. Aber die oben auf dem Domberg haben trotzdem herab geschaut. Im Vordergrund unsere Führerin.Hier geht es rechts ab durch ein Stadttor, das Ober- von Unterstadt trennte und nachts geschlossen wurde.Der Garten des dänischen Königs, auch Kadriorg-Park stammt in seiner jetzigen Form aus dem Jahr 1718, die Ursprünge reichen aber viel weiter zurück.